Auszug Artikel 1

Zum Thema:
„BIBLISCHE BESINNUNG“

von Ulrich Rüß

Christus spricht: „Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren.“

Lieber Leser,
wenn wir von Gott reden, dann nicht wie der Blinde von der Farbe. Durch die Heilige Schrift offenbart er sich uns, gibt er sich zu erkennen und spricht zu uns. Gottes Wort ist daher allein  Norm und Maßstab des Glaubens. Luther sagt: „Was die Schrift bietet, ist genug zur Seligkeit.“ Ohne Gottes Wort keine Begegnung mit Gott und keine Gotteserkenntnis. Schließlich ist nach Luther Christus als Einziger Inhalt der Schrift; Schlüssel der rechten Exegese und Predigtlehre ist demnach Christus. Es gilt das sola scriptura, allein die Heilige Schrift!

Wie gehst du persönlich mit Gottes Wort um? Bist du ein treuer Bibelleser? Gehst du regelmäßig in den Gottesdienst, um Gottes Wort zu hören? Sind für dich die biblischen Texte für deinen Glauben, dein Leben, dein Beten verbindlich, sind sie für dich Wegweisung und Orientierung? Besuchst du die Bibelstunde deiner Gemeinde?

Ist es nicht erschreckend, wie wenig Gemeindeglieder sonntags den Gottesdienst besuchen? In der Nordkirche sind es nicht einmal 2%, aber selbst im Süden Deutschlands liegt man bei ca. 4%  nicht gut. Wenn alle kirchlichen Mitarbeiter den Gottesdienst besuchten, wären die Kirchen gut gefüllt. Ein Schlaglicht auf die geistliche Krise.

Formal hat die Bibel in der Kirche zwar ihre Bedeutung, kirchliche Mitarbeiter werden auf Schrift und Bekenntnis verpflichtet, in Wirklichkeit aber wird sie als Wort Gottes, als göttliche Autorität infrage gestellt und dem Zeitgeist und der Mehrheitsmeinung der Gesellschaft angepasst. Der Zeitgeist bestimmt die Interpretation. Wenn die Kirchen z. B. homosexuelle Paare segnen bzw. trauen, sich für eine Ehe für alle einsetzen, dann widerspricht dies eindeutig dem Wort Gottes. Es widerspricht dem Willen Jesu Christi.

Das sind unselige Verhältnisse in der Kirche, unseliger Umgang mit der Bibel von Vielen, die sich Christen nennen, als wenn es Christus, als wenn es die Bibel nicht gäbe. Es geht um das Hören und Bewahren des Wortes Gottes und nicht um seine Nichtachtung und Relativierung. Wir leben im Jahre des Reformationsgedenkens in einer Wort-Gottes-Krise.

Zur Erneuerung der Kirche und des eigenen Glaubens gehört die Neubesinnung auf das Wort Gottes. Je treuer wir die Bibel lesen und beten, desto mehr entdecken wir, welch großer Schatz uns mit ihr gegeben ist. Gottes Gesetz, Mahnung, Hilfe, Seelsorge, Glaubensstärke und Trost werden an uns wirksam und nicht zuletzt Glaubensfreude, Hoffnung und Gewissheit der Liebe Gottes. Wir sind im Dialog mit Gott. Gott bleibt kein Es, er wird für uns zum Du. Das Wichtigste können wir uns nicht selber sagen, das sagt uns Gott in seinem Wort.   Bewahren wir sein Wort, halten wir daran fest.

In der Weihnachtsgeschichte wird uns von Maria berichtet: „Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.“ (Lk 2,19)
Gott sagt uns zu Herzen gehende Worte, Worte seiner unendlichen Liebe, mit seinem Wort will Christus in unser Herz einziehen. Verschließen wir nicht unsere Ohren, seien wir ganz Ohr, denn er hat uns immer wieder Worte des ewigen Lebens zu sagen. Gott möchte in unserem Leben zur Sprache kommen. Unser Gott schweigt nicht. Gott sei Dank!

Beten wir mit dem Gesangbuchvers Nikolaus Ludwig von Zinsendorfs:

Herr, dein Wort, die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir; denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ist‘s nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu tun.“ Amen

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